AKTIONEN KRANK UND BEHINDERT

Orte der Diskriminierung von systemisch Erkrankten und Behinderten und Multimorbiden: die Caritas

BEI DER Caritas:
Im Rahmen der Expertenanhörung zu Sehhilfen im Bundestag erklärt die Caritas in ihrer Stellungnahme von 04.11.20 auf S. 3: „Brillengestelle sollten aus unserer Sicht grundsätzlich nicht von der Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfasst sein, da hier auch sehr kostengünstige Gestelle auf dem Markt zur Verfügung stehen.“
(https://www.bundestag.de/resource/blob/801750/1ab950c8867733416417a3d2c71655d9/19_14_0237-1-_Deutscher-Caritasverband-e-V-Sehhilfen-data.pdf).

Am 25.04.21 forderte eine Betroffene die Caritas per Einwurfeinschreiben auf, diese Aussage zu korrigieren und erklärte, dass z. B. bei Bindegewebserkrankungen aufgrund des sehr druckempfindlichen Gewebes und meistens sehr starken Gläsern wegen dort häufig vorkommender Myopa Magna die Gestelle leicht, klein und trotzdem stabil sein müssen und dass diese daher nicht günstig zu bekommen sind. Es erfolgte keine Antwort und die Expertise wurde auch nicht korrigiert. Die „Expertise“ der Caritas verkennt, dass bei komplexen Erkrankungen mit verschiedenen Augenleiden als Komorbidität Brillengestelle keineswegs kostengünstig zu haben sind. Personen mit komplexen systemischen Erkrankungen, die ohnehin schon mit hohen Kosten belastet sind, die das Existenzminimum nicht abdeckt, werden hier erneut diskriminiert. Die Caritas spielt dem Gesetzgeber in die Hände, der nun eine Grundlage hat, Brillengestelle weiterhin zu exkludieren.

Die Betroffene schrieb der Caritas folgenden Brief:
http://www.gegenmacht.net/nachzufragen-zur-caritas-expertise-sehhilfen-im-gesundheitsausschuss-bundestag/

Diesen Brief hat die Caritas auch erhalten. Da dieser aber nicht beantwortet wurde, wurde nun die Zentrale in Freiburg zu einem persönlichen Gespräch aufgesucht. Aber auch vor Ort bleiben Betroffene außen vor. Das Unterfangen scheiterte schon am Pförtner, der weder seinen Namen nennen wollte, noch die Zuständigen heraussuchen wollte. Die Angelegenheit konnte nicht einmal mit einem Sekretariat besprochen werden. Das ist natürlich absolut lächerlich und hinterlässt den Eindruck, dass auch die Zentrale Betroffene möglichst fern halten will. Der Merkelismus, also eine Politik, die behauptet, es sei alles in Ordnung und Kritik nicht zu Wort kommen lässt, verseucht also auch die Caritas.

FreiburgerInnen, TouristInnen, eine Bahnreisende hatten dafür ein offenes Ohr. Nach der Abfuhr des Beißhundes an der Pforte (leider muss man den absolut unwilligen, abweisenden, unhöflichen Pförtner so bezeichnen- er wird aber seine Anweisungen schon von der Zentrale erhalten haben), fand ein spontanes Sit-in für dem Cafe Inklusiv der Caritas statt. Wieder ein Beispiel für schöne Worte ohne Inhalt, denn die Caritas verhält sich beim Thema Brillengestelle nicht inklusiv, sondern exklusiv. Wenn Politik, ihre Organe und beauftragten Institutionen nicht hören wollen, die Menschen aber schon. Und es wird immer klarer, eine solche Politik mitsamt ihrem Räderwerk, ist nicht für die Menschen da, sondern lediglich selbst affirmativ und am eigenen Wohlsein orientiert.

Es werden weitere Orte der Diskriminierung aufgesucht.

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